Stadtkultur Bensheim: Stadtkultur Bensheim
Museum
MUSEUM

Museumsgeschichte 1948 bis 2003

Der Neuanfang nach dem Kriege

Der Lehrer Richard Matthes war von 1947 bis 1971 ehrenamtlicher Archiv- und Museumsleiter
Diether Blüm leitete das Museum von 1971 bis 1980

1948 begann der Volksschullehrer Richard Matthes als ehrenamtlicher Museumsleiter – zugleich ehrenamtlicher Stadtarchivar - in einem unzerstört gebliebenem Anbau des total beschädigten Rathauses oberhalb des Marktplatzes, der so genannten „Mehlwaage“, mit dem Wiederaufbau des Museums. Bei der Eröffnung am 29. April 1952 sagte Bürgermeister Joseph Treffert, „dass er mit diesem Akt das Kreismuseum des Landkreises Bergstraße eröffne“. Mit dem Abriss von Rathausruine und der „Mehlwaage“ waren ein Jahr später allerdings alle Bestrebungen zum Weiterbetrieb zunichte gemacht.

Erst im Jahre 1958 ergaben sich mit der Sanierung des bereits 1940 von der Stadt Bensheim erworbenen „Hauses Blüm“ südlich des einstigen Rathauses neue Perspektiven. Im Erdgeschoss gestaltet Richard Matthes vier Räume zu den Themen Vorgeschichte, Landwirtschaft und Stadtgeschichte, hinzu kamen ein Odenwald- und ein Biedermeierzimmer. So konnte am 24. Juni 1960 unter der noch heute gültigen Adresse „Marktplatz 13“ einmal mehr das städtische Museum wieder eröffnet werden.

Museumspädagogische Ansätze fielen dem Lehrer und Heimatforscher Matthes nicht schwer. Insbesondere vor- und frühgeschichtliche Inhalte wußte er didaktisch-methodisch gut aufbereitet zu vermitteln.

1971 übernahm Diether Blüm die Leitung des Hauses. Der gelernte Kaufmanns- gehilfe ging 1965 als Angestellter zur Stadtverwaltung Bensheim, wo er im Schlachthof und im Weingut arbeitete. Bereits zwei Jahre später betreute er mit einer halben Stelle das städtische Archiv. Nun lagen beide Einrichtungen wieder in einer Hand.

Mit viel Liebe zum kleinsten Detail sammelte Blüm alles, was auch nur im Entferntesten mit Bensheim und seiner Geschichte zu tun hatte. Legendär sind Sicherstellungsaktionen in Abbruchhäuser, bei denen antiquarische Möbel, Gemälde und noch mehr Alltagsgegenständen für die Museumssammlungen geborgen werden konnten. Er rief einen freiwilligen Helferkreis ins Leben, der als „Xylamonbrigade“ bekannt geworden war und das Bewusstsein für ein städtisches Museum in Bensheim geschärft hatte. Die Ende der 1970er Jahre notwendig gewordene Umgestaltung der Ausstellungsräume wollte er allerdings nicht mittragen.

Zeitgemäßer Betrieb durch Umbau und Neugestaltung

Irmgard Most

Nach fast 20 Jahren konnte das Museum von 1978 bis 1981 umgebaut und umgestaltet werden. Mit dem Ausbau des Untergeschosses fanden Vor- und Frühgeschichte, Landwirtschaft und Weinbau sowie eine Glaserei und Schmiede ausreichend Platz. 1981 wurde Irmgard Most mit einer halben Stelle Museumsleiterin. Sie brachte als Laie frischen Wind ins neue Haus. Mit dem regelmäßigen „Tag der offenen Tür“ demonstrierte sie ein „Lebendiges Museum“ und in über 60 Sonderausstellungen sprach sie immer wieder neue Zielgruppen an. Insbesondere der Sammlungsbereich „Hauswirtschaft um 1900“ wurde stetig ergänzt und mündete über eine Sonderausstellung schließlich in eine Dauerausstellung, deren Kern sich noch heute im Dachgeschoss präsentiert.