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Auftakt 22. Woche junger Schauspieler. Im Anschluss das Solo "DIE VERWANDLUNG"

 

 

©Uwe Lewandowski

Montag, 06. März 2017, 19.00 Uhr
Auftakt 22. Woche junger Schauspieler
Hermann Beil und Marlene Schäfer stellen im Gespräch mit den Akteuren das Programm vor.

Im Anschluss das Solo
Die Verwandlung
von Franz Kafka
Theater Osnabrück

Gregor Samsa verachtet seinen Job als Handelsreisender. Bloß für die Familie schleppt er sich jeden Morgen zu diesem drögen Geschäft und setzt sich mit seinem unleidlichen Chef auseinander. Und nun das: Als Samsa an diesem gewöhnlichen Morgen erwacht, fühlt er sich äußerst ungewöhnlich. Der junge Mann ist zu einem riesigen Käfer geworden. Mit Panzerrücken, Insektenbeinchen und kräftigem Kiefer scheitert er daran, seine Eltern und die Schwester weiterhin zu ernähren. Niemand scheint ihn mehr zu verstehen, sodass er der Wandlung seines Körpers völlig allein ausgesetzt ist. Es dauert nicht lange, bis die Familie sich abwendet und Gregor Samsa in seiner Insektenhülle mehr und mehr vergisst.
Mithilfe des absurden Prozesses der Verwandlung in einen Käfer beleuchtet Franz Kafka in seiner 1912 entstandenen Erzählung Abhängigkeiten und Sehnsüchte innerhalb eines Familienbundes und untersucht die stumme Einsamkeit eines sich verändernden Körpers. Seine Sprache formt vorbehaltlos und direkt eine Realität, deren Rätsel sich wie beiläufig und dadurch umso vehementer aufdrangen. Die Verwandlung ist ein poetischer Text, der vielfaltigste Deutungsmöglichkeiten eröffnet und Lust auf die Entdeckung des Verborgenen in Kafkas einzigartigem Werk macht.

"Dem Format ‚Klassenzimmerstück‘ gemäß, strafften Regisseurin Nina de la Parra und Dramaturg Sven Kleine die Handlung der 1912 erstmals erschienene Story um den zum „Ungeziefer“ mutierten Handlungsreisenden Gregor Samsa auf ein 50-minütiges Stück. Herausgekommen ist eine rasante Mischung aus Vortrag, Erzählung und Theater, in der Schauspielerin Marie Bauer darstellerisch wie sprechtechnisch aus dem Vollen schöpfen konnte." Neue Osnabrücker Zeitung

Inszenierung Nina de la Parra
Ausstattung
Jutta Bornemann
Dramaturgie
Sven Kleine
Mit
Marie Bauer


Nacht mit Gästen

© Tobias Heitz, HBK Saar

Mittwoch, 15. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Nacht mit Gästen

Eine Moritat
Musiktheater von Stefan Litwin nach dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Weiss
Hochschule für Musik Saar, Saarbrücken

Anlässlich des 100. Geburtstags von Peter Weiss hat HfM-Professor Stefan Litwin das 1963 entstandene Bühnenstück „Nacht mit Gästen“ von Peter Weiss als Musiktheater realisiert. „Nacht mit Gästen“ ist »ein grausames Spiel über eine Welt, in der jeder des anderen Wolf ist, in der jeder um den Gewinn tötet. Nacheinander sterben die Mutter, der Vater, der Gast und der Warner, nur die beiden Kinder bleiben übrig. Von Anbeginn dachte Peter Weiss an eine musikalische Umsetzung des Dramas und favorisierte „eine durchgehende Komposition mit jahrmarkthaften Instrumenten“.

Denn „Nacht mit Gästen“ war der erste Schritt in seinem Bestreben, die Theaterform der Schaubude, wo es pointiert und scheinbar lustig zugeht, wieder einzuführen. Jeder ist „ein Typ, leicht zu erkennen, mit greller Maske und groben Gebärden. Alle hintergehen alle. Und sie sind alle nur krachendes Holz und stehen gleich wieder auf und grinsen mit ihren geschnitzten Gesichtern“. Peter Weiss baut in die Theaterform der Schaubude auch Stilistika des Kasperl-Spiels und des Kabuki-Theaters ein. Ganz im Sinne des Autors wird der Stil der Musiktheater-Inszenierung eben diese Elemente aufnehmen: Gleichsam wie Marionetten werden die Darsteller in einem vereinfachten Dekor choreographisch geführt und reagieren auf die gestischen Figuren der Musik. Maskenhaft werden sich die Figuren präsentieren, maskenhaft wird ihr Spiel sein. Besondere Bedeutung erhalten die wenigen Requisiten - das Bett, der Tisch, das Bier, die rosa Schleife - die als stilisierte zweidimensionale Objekte den Raum füllen.

Stefan Litwin ist Pianist und Komponist und seit 1992 Professor für Neue Musik, Klavier und Kammermusik an der Hochschule für Musik Saar (www.stefanlitwin.de).

Musikalische Leitung: Stefan Litwin
Regie:
Frank Wörner
Ausstattung:
Annette Wolf
Dramaturgie:
Eva Behr
Mit Studierenden der Hochschule für Musik Saar
Eine Produktion der Hochschule für Musik

Krankheit der Jugend

© Monika Rittershaus

Dienstag, 21. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Berliner Ensemble
Krankheit der Jugend

Schauspiel von Ferdinand Bruckner

Liebe, Sex, Macht, Tod, Leidenschaft, Manie. Grausam und gnadenlos dreht sich das Emotionskarussell um Marie, Desirée, Irene, Lucy, Freder, Petrell und Alt. Eine ménage à sept, jeder mit jedem und am Ende jeder für sich allein. Sie sind Medizinstudenten im Wien der 20-er Jahre. Doch statt zu heilen, verletzen und zerstören sie ihre Seelen. Haltsuchende junge Menschen, in einer haltlosen Zeit - „einer Zeit, die Meere von ineinandergestürzten Gefühlen gegeneinander schwenkte.“ Ein Psychospiel, indem keiner mehr Mensch sondern alle Dynamit sind.

Mit KRANKHEIT DER JUGEND wurde Ferdinand Bruckner schlagartig berühmt. Zum Zeitpunkt der Uraufführung 1926 wusste jedoch noch niemand, dass sich hinter dem Namen des Autors der Gründer und Leiter des Berliner Renaissance-Theaters Theodor Tagger verbarg.
Die junge Regisseurin Catharina May inszeniert, nach Fassbinders BREMER FREIHEIT, einen weiteren abgründigen Text der modernen Klassik.

Mit:
Celina Rongen
(Marie)
, Larissa Fuchs (Desiree), Marina Senckel (Irene), Sven Scheele (Freder), Felix Strobel (Petrell), Felix Tittel (Alt), Karla Sengteller (Lucy)
Regie: Catharina May
Bühne und Kostüme:
Maria-Elena Amos
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Dauer: ca. 1h 40 Min (keine Pause)

Ich rufe meine Brüder

© Felix Grünschloß, Badisches Staatstheater Karlsruhe

Donnerstag, 23. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Badisches Staatstheater Karlsruhe
Ich rufe meine Brüder

Von Jonas Hassen Khemiri

Eine Autobombe explodiert – mitten in der Stadt. Wir verbringen die 24 Stunden nach dem Anschlag mit Amor, einem jungen Erwachsenen mit migrantischem Hintergrund. Er irrt durch die Straßen und telefoniert mit seinem besten Freund Shavi, mit seiner großen Liebe Valeria und mit Ahlem, seiner Cousine. Wir spüren seine Verunsicherung und seine Angst. Wird er observiert? Oder fühlt er sich nur verfolgt?

Jonas Hassen Khemiri, Sohn eines Tunesiers und einer Schwedin, verarbeitet in Ich rufe meine Brüder ein Autobombenattentat in Stockholm im Jahr 2012. Feinfühlig zeichnet er das Psychogramm eines jungen Menschen mit Migrationshintergrund zwischen Integration und Fremdheit. Mit dem Protagonisten erleben die Zuschauer, wie nah dieser daran gerät, selbst zum Terroristen zu werden, obwohl er eigentlich in der Mitte der Gesellschaft steht. Die Grenzen zwischen Täter- und Opferzuschreibungen verschwimmen. Gleichzeitig beschäftigt sich das Stück mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft verändert, die geprägt ist durch eine Atmosphäre der Angst. Khemiri nimmt gewohnte Wahrnehmungsmuster auseinander und beschäftigt sich mit der Frage nach dem scheinbar „Fremden“ in unserer Mitte.

„Starkes Stück, toll gespielt… Spannende Geschichte“ BNN

MIT Marthe Lola Deutschmann, Florentine Krafft – Sven Daniel Bühler, Jonathan Bruckmeier

REGIE Marie BuesBÜHNE & KOSTÜME Indra NauckMUSIK Martin DonnerDRAMATURGIE Marlies KinkREGIEASSISTENZ Daniel Kozian, Dominic Jellen

europa verteidigen

© Martin Kaufhold

Dienstag, 28. März, 20.00 Uhr
Einführung: 19.15 Uhr
europa verteidigen
von Konstantin Küspert
Uraufführung
ETA Hoffmann Theater Bamberg

Was sind europäische Werte? Ist Europa eine Trutzburg, eine Festung gegen „Überfremdung“, von Frontex geschützt? Eine Wohlfühloase? Wer darf es sich drinnen gemütlich machen, wer muss leider draußen bleiben? Als Stier getarnt, entführt Zeus die mythische Europa aus dem Libanon, auf seinem Rücken tragend und über das Mittelmeer schwimmend, nach Kreta. Hunderttausende Menschen legen wieder und wieder diese Strecke zurück, auf dem unsicheren Rücken von Schlauch- und anderen Booten, die in alten Zeiten Seelenverkäufer hießen. Bei der Überfahrt blickt Europa noch zuversichtlich und ohne Angst nach vorn. Auf Kreta wird sie von Zeus brutal vergewaltigt. Fortan will sie nur noch sterben, doch Aphrodite kann sie von einem zukünftigen Leben in Freiheit überzeugen. Danach dauert es lange, bis Frieden in Europa herrscht. Wie ein roter Faden ziehen sich die kriegerischen Auseinandersetzungen und die Dämonisierung von Fremden durch diese europäische Geschichte: von der Zeit des römischen Konsuls Scipio, über die Wikingerära um Erik „der Rote“ Thorvaldsson, den Völkermord an den Herero durch Lothar von Trotha bis hin zu Herbert Jankuhns rassistischen Theorien der Ahnenforschung. Was bedeutet die Idee von Europa für uns heute? Für Menschen wie Jonathan, Natalia, Heinrich oder Aisha? Welche Verantwortung hat jeder Einzelne für das Ganze? Im Wechselspiel zwischen Mythologie, zeitgenössischen Monologen sowie Schlaglichter aus einer bewegten europäischen Historie wird ein gedanklicher Raum um die europäische Idee eröffnet.

Nach dem vielbeachteten Erfolg seines Stücks „rechtes denken“ am ETA Hoffmann Theater hat der junge Dramatiker Konstantin Küspert mit „europa verteidigen“ ein weiteres Stück für das Bamberger Ensemble geschrieben. Küspert wurde zu zahlreichen Festivals und Förderprogrammen eingeladen. Seine Stücke werden in der kommenden Spielzeit an mehreren renommierten Bühnen gespielt.

Mit Bertram Maxim Gärtner, Nicolas Garin, Stefan Hartmann, Ronja Losert, Marie Nest

Regie Cilli Drexel
Bühne und Kostüme Christina Mrosek
Dramaturgie Olivier Garofalo

Aufführungsdauer: 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause

 PRESSESTIMMEN

„Mischung aus Sketch-Show und politischem Leserbrief.“ nachtkritik

„Bierernst und wahnsinnig witzig.“ nachtkritik

„Lässig inszeniert. (...) Man möchte brüllen vor Lachen.“ Bayerischer Rundfunk