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Auftakt 23. Woche junger Schauspieler. Im Anschluss "GROUNDED" - Schauspiel Frankfurt

 

 

©Thomas Aurin

Montag, 05. März 2018, 19.00 Uhr
Auftaktveranstaltung der 23. Woche junger Schauspieler
Hermann Beil und Marlene Schäfer stellen im Gespräch mit den Akteuren das Programm vor.

Im Anschluss (ca. 20.15 Uhr):
Grounded
von George Brant
Schauspiel Frankfurt

Freund oder Feind, Heimat oder Kriegsgebiet, Helden- oder Gräueltat? Die Grenzen verschwimmen, wenn die ganze Welt zum Schlachtfeld wird. Eine Pilotin der US-Luftwaffe darf täglich das erfahren, was sie zugleich zu verteidigen meint: die Freiheit, das große, weite Blau des Himmels. Ihr Kampfjet erlaubt es, die Gegner auf abstrakter Distanz zu halten. Das ändert sich, als sie nach einem Schwangerschaftsurlaub in den Dienst zurückkehrt und feststellen muss, dass sie zu einer anderen Waffengattung versetzt wurde. Die Kriegsführung ist noch moderner geworden: Sie fliegt nun keine Kampfjets mehr, sondern Drohnen. Damit sind die Gegner zwar noch abstrakter als zuvor geworden, aber die Möglichkeit zur Distanzierung fehlt.

George Brants genau recherchierter Monolog schildert die Fragwürdigkeit der drohnengestützten Kriegsführung und erzählt von einer Kämpferin, die keine Mörderin sein will.

Die Pilotin Sarah Grunert

Regie Anselm Weber

Kostüm Irina Bartels

Bühne Raimund Bauer

Video Bibi Abel

Musik Thomas Osterhoff

Dramaturgie Alexander Leiffheidt

Dauer:  50 Minuten

EINTRITT FREI!

Die Konsistenz der Wirklichkeit

© Jean-Marc Turmes

Dienstag, 06. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Die Konsistenz der Wirklichkeit

Stückentwicklung von Dimitrij Schaad und Ensemble
Theaterakademie August Everding, München

Es gibt Momente, in denen sich die Konsistenz der Wirklichkeit um einen herum plötzlich verändert, die Welt nicht mehr dieselbe ist. Acht Schauspielstudierende spüren diesen Situationen nach und erschaffen Bühnenmomente, die sie so oder so ähnlich selbst erlebt haben könnten. In ihnen spielen so unterschiedliche Dinge wie der Münchner Amoklauf im Jahr 2016, unverhoffte Vaterschaften, Horrorclowns oder ein sprechender Straßenhund eine Rolle. Und dennoch verbindet sie etwas: Sie alle thematisieren mit spielerischer Leichtigkeit die Sehnsüchte und die Ängste ihrer Generation.

„Wichtig war, auf das eingehen zu können, was aus den SpielerInnen selbst herausschreit“, so der Regisseur Dimitrij Schaad. Ausgehend von eigenen Erfahrungen, Gedanken und Fragen, die sie umtreiben, bringen die DarstellerInnen in „Die Konsistenz der Wirklichkeit“ so Figuren auf die Bühne, die sich in der Schwebe zwischen Selbstoffenbarung und Fiktion, zwischen authentischem Konflikt und erzählerischem Drama befinden. Was entsteht, ist ein Stück, das durch seine Unmittelbarkeit gegenüber unserer Gegenwart und Lebensrealität eine eigene Magie entfaltet.

„Die Konsistenz der Wirklichkeit“, ausgezeichnet mit dem Ensemblepreis und dem Preis der Studierenden beim Schauspielschultreffen 2017, ist eine Stückentwicklung. Inszeniert von Dimitrij Schaad, selbst Absolvent des Studiengangs Schauspiel der Theaterakademie August Everding in München und heute Ensemblemitglied des Berliner Maxim Gorki Theaters.

Mit Maja Amme, Marina Blanke, Yasin Boynuince, Adi Hrustemović, Pål Fredrik Kvale, Thea Rinderli, Ricarda Seifried, Cem Lukas Yeginer

Regie Dimitrij Schaad

Bühne Jana Boenisch

Kostüme Anna Maria Schories

Dramaturgie Alex Schaad und Lüder Wilcke

Dauer 60 Minuten, keine Pause

Rost

©

Mittwoch, 07. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
theater der sprachfehler, Wien
Rost

Von Christian Kühne

 

Mutter und Vater streiten sich wieder. Doch die Frau ist tot, deshalb gibt es keinen Raum mehr für Versöhnung. Getötet hat sie der gemeinsame Sohn.

Das Stück erzählt von den Stunden nach dem Unfall, als sich die drei Gestalten in einem dunklen, vielleicht imaginären Wald wiederfinden und über das Geschehene sprechen: gewiss, um sich davon zu befreien.

Die Illusion der Erlösung hält an bis die drei Gestalten anfangen sich gegenseitig Lügen vorzuwerfen: plötzlich geraten sie in einer gemeinsamen Vergangenheit zusammen und müssen sich als Vater, Mutter und Sohn in einer finalen Abrechnung wieder gegenüberstehen.

ROST ist ein Stück über Menschen, die kurz davor sind ihre Träume zu verraten. Es beurteilt diese Menschen nicht, sondern hinterfragt ihre Ängste und Erwartungen.

Mit ROST zeigt das von Jähnert und Kühne gegründete theater der sprachfehler seine erste Produktion. Der thüringer Regisseur Andreas Jähnert, über Jahre am Vorarlberger Landestheater tätig und heute öfters im aktionstheater ensemble zu sehen, hat das Stück ROST des in Frankreich lebenden Autors Christian Kühne inszeniert.

Mit diesem Projekt setzt sich das aufstrebende Ensemble mit der Macht unserer Sprache auseinander, die mittlerweile viel zu groß ist, als dass man sie noch beherrschen könnte. Hierfür bauen sie mithilfe des Vorarlberger Medienkünstlers Christoph Skofic ein Bühnenbild, das ausschließlich mit dynamischen Projektionen gestaltet wird und sich als Traum- oder Wahnwelt zur Grundlage dieses neuwertigen Theaters entwickelt.

„Ein Theaterabend, der sowohl sprachlich, als auch bildhaft noch lange nachhallt.” (Kulturzeitschrift)

„Mit der poetischen Sprache, dem introspektiven Text exakt nachspürend, entsteht ein dichtes herausforderndes Kunstwerk, dem man sich Satz für Satz gleich nochmals aussetzen würde.“
(Vorarlberger Nachrichten)

Besetzung:

Mann – Thomas Gerber

Frau – Ina Maria Jaich

Junger Mann – Sascha Jähnert

Regie Andreas Jähnert

Videodesign/Licht

Christoph Skofic

Bühne Michael Mayer

Maske Annette Hock

Dauer 70 Minuten, keine Pause

Der gute Mensch von Sezuan

© Gianmarco Bresadola

Sonntag, 11. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Der gute Mensch von Sezuan
Von Bertolt Brecht / Musik von Paul Dessau
Schaubühne Berlin / Eine Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

Kann man dem Anspruch gerecht werden, ein »guter Mensch zu sein und doch zu leben«? Ist es möglich, sich moralisch aufrecht zu verhalten in einer Gesellschaft, in der überall Egoismus, Korruption, Ausbeutung und Gier nach mehr die Verhältnisse bestimmen? Und ist das Ziel, ein guter Mensch sein zu wollen, überhaupt legitim in einer Welt, in der nicht gleiche Rechte für alle gelten, sondern in der einige Besitz, Rechte und Privilegien genießen, Zugang zu Bildung, Wohlstand, Arbeit und Ressourcen haben, während andere ausgeschlossen, unterdrückt, diskriminiert oder versklavt leben? Bertolt Brecht schickt in seinem Parabel-Stück drei Götter auf der Suche nach guten Menschen in einer schlechten Welt in die chinesische Provinz Sezuan. Die junge Prostituierte Shen Te bietet ihnen ein Nachtquartier an, ohne dafür etwas zu verlangen und wird von ihnen mit Geld belohnt. Davon kann sie sich eine Existenz jenseits der Prostitution aufbauen, verspricht den Göttern, ein guter Mensch zu bleiben, und eröffnet einen Tabakladen. Doch schon bald müssen Rechnungen bezahlt werden, und Ärmere bitten Shen Te um Hilfe, Unterstützung und Asyl. Die Kosten explodieren und dem Laden droht der Bankrott. Shen Te ist gezwungen, sich ein Alter Ego zu erfinden. Sie verschwindet und kommt in Gestalt ihres Vetters Shui Ta zurück, der auf unternehmerische Härte statt auf Almosen setzt, die Bittsteller im Tabakladen als Arbeitskräfte anstellt, und so den Laden vor der Pleite rettet. Bald verliebt sich Shen Te in den Flieger Sun, der ebenfalls Geld braucht, und erwartet von ihm ein Kind. Noch dazu regt sich der Verdacht der anderen, und ihr doppeltes Spiel als gute, aber mittellose Frau und böser, aber wirtschaftlich erfolgreicher Mann droht aufzufliegen.

Besetzung  Shen Te/Shui Ta: Laura Balzer

Yang Sun/Bruder Wung: Jan Bülow

Erster Gott/Die Witwe Shin/Nichte: Mayla Häuser

Wang/Schwangere Schwägerin: Jan Meeno Jürgens

Zweiter Gott/Hausbesitzerin Mi Tzü/Kind: Tiffany Köberich

Barbier Shu Fu/Neffe: Jan Eric Meier

Dritter Gott/Frau Yang/Mutter: Lea Ostrovskiy

Lin To/Bonze/Großvater: Frederik Rauscher

Arbeitsloser/Polizist: Leander Senghas

Erzähler/Kellner/Vater: Lukas Walcher

Regie Peter Kleinert                                     

Bühne Céline Demars

Kostüme Susanne Uhl                                 

Musik Hans-Jürgen Osmers

Dramaturgie Nils Haarmann                      

Dauer ca. 150 Minuten

Ellbogen

© Thomas Rabsch

Dienstag, 20. März, 20.00 Uhr
Einführung: 19.15 Uhr
Ellbogen
Nach dem Roman von Fatma Aydemir
Schauspielhaus Düsseldorf

 

Der Alltag von Hazal (Deutschtürkin aus Berlin, fast volljährig) besteht aus Zeitabsitzen in der Bildungsmaßnahme, erfolglosem Bewerbungen schreiben, Streit und Verbitterung in der Familie und Kiffen mit ihren Freundinnen. Ihre Eltern sind nie wirklich in Deutschland angekommen, und auch sie hat hier keinen richtigen Platz. Von allen Seiten wird an ihr herumgezerrt. Respekt, Liebe und Glück findet sie nirgends. An ihrem 18. Geburtstag plant sie, mit ihrer Clique feiern zu gehen, obwohl die Mutter es verboten hat. Hazals Reaktion: »Hallo? Menschenrechte?« Die Mutter: »Ich scheiß auf deine Menschenrechte. Jetzt steh auf und hol mir einen Çay.« Schließlich lässt ihre Mutter Hazal doch gehen, und der Abend eskaliert. Und zwar so heftig, dass das Mädchen am Ende vor der Polizei aus Deutschland fliehen muss, nach Istanbul – in die Stadt, nach der sie sich immer gesehnt hat. Doch das echte Istanbul und das ihrer Vorstellung haben kaum etwas gemein. Rastlos jagt sie durch die Straßen, während der Himmel über der Türkei zusammenbricht. Aber vielleicht ist das Chaos, in das sie hineinstürzt, ihre einzige Möglichkeit, sich selbst zu finden.

Mit »Ellbogen« hat die 31-jährige Journalistin Fatma Aydemir, ein viel beachtetes Romandebüt vorgelegt. Eine knallharte, hochemotionale Geschichte über postmigrantische Verlorenheit, Gewalt, Schuld und das Erwachsenwerden in einer chaotischen Welt.

»Eine große schauspielerische Wucht.« Dorothea Marcus/Deutschlandfunk Kultur

Besetzung:

Hazal: Cennet Rüya Voß

Elma/Hazalia: Lou Strenger Gül/Hazalia: Florenze Schüssler Ebru/Semra/Hazalia: Tabea Bettin

Regie Jan Gehler

Bühne Sabrina Rox

Kostüm Claudia Irro

Komposition Vredeber Albrecht

Dramaturgie Frederik Tidén

Dauer 120 Min, keine Pause

Selbstbezichtigung

© Ulrike Rindermann / Volkstheater Wien

Mittwoch, 21. März, 20.00 Uhr
Einführung 19.15 Uhr
Selbstbezichtigung

von Peter Handke

Berliner Ensemble

„Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden.” Was so unschuldig beginnt, ändert sich plötzlich: „Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden.” Ein Start in die Auseinandersetzung mit höheren und niedrigeren Ordnungsmächten. Handkes teils vergnügliche, teils bittere Sprachkritik entstand vor 50 Jahren im Kontext von sprechenden Titeln wie Hilferufe, Weissagung und, berühmterweise, Publikumsbeschimpfung. Spielerisch schickt Peter Handke seine/n Sprecher/in zur Beichte und nötigt ihm oder ihr eine Selbstbezichtigung ab, wie totalitäre Regime sie ihren Sünder/innen abnehmen. Damit zeigt er etwa die Nähe von Katholizismus und Kommunismus auf und diskutiert die bigotten gesellschaftlichen Schuldbegriffe, bis hin zum eigenen Medium: „Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?” Diese Beichte kann im Theater nur das Publikum abnehmen.

Eine Produktion des Volkstheater Wien.

„Mit der Inszenierung seiner Publikumsbeschimpfung wurde Peter Handke berühmt. Ein weiteres seiner frühen Sprechstücke ist die Selbstbezichtigung. Regisseur Dušan David Pařízek hat es als Monolog inszeniert. Stefanie Reinsperger, Schauspielerin des Jahres 2015 und in dieser Rolle für einen Nestroy nominiert, macht das sehr eindrücklich … Sie kann diese gleichförmige Litanei so mit Leben füllen, dass man in jeden Satz hineingezogen wird. Das ist eine Kunst. Auch um ihre Biografie als Schauspielerin geht es explizit – Szenen aus früheren Rollen werden per Video eingespielt, die sie dann mitrappt, rauskotzt, mit Handke unterlegt.“

Barbara Behrendt, kulturradio

Mit Stefanie Rheinsperger
Regie und Bühne Dušan David Pařízek
Kostüme Kamila Polívková

Licht Stefan Pfeistlinger
Dramaturgie Roland Koberg

Dauer 60 Minuten, keine Pause

Nach der Vorstellung um ca. 21.30 Uhr:
Bekanntgabe der Preisträger für den Günther-Rühle-Preis, des Publikums- und des Schülervotums