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Ausstellung Peter Steinforth - Der neue Aufbruch

Peter Steinforth wurde 1923 in Berlin geboren und wuchs in Köln auf. Nach dem Krieg zog er wieder nach Berlin, wo er Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste bei Karl Schmitt-Rottuff studierte. Seine Eindrücke des sich nach dem Krieg wieder aufrichtenden Berlins beeinflussten Steinforths Kunst maßgeblich. Den Ausdruck dafür fand er in der zeitgenössischen gegenstandslosen und informellen Malerei.   Von 1953 bis 1956 lebte er in Altea, gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung. In jener Zeit suchten auch Künstler der Darmstädter Sezession, wie z.B. Eberhard Schlotter, Inspiration in den ursprünglichen Lebensgewohnheiten der spanischen Bauern und Fischer. Sie fanden: Peter Steinforth, der sie durch seine progressive Malerei und Lebensweise beeindruckte. Die Sezessionisten luden Steinforth nach Darmstadt ein. Diesem Ruf folgte er und zog 1956 dorthin. Innerhalb weniger Jahre war er dort zur bekannten Künstlerpersönlichkeit avanciert und wurde zum Vorstandsmitglied der Darmstädter Sezession. Es folgten Ausstellungen und Ehrungen mit Kunstpreisen. Kunstkritiker und Kollegen beeindruckte Peter Steinforth durch den immensen Reichtum seiner Schwarz-Weiß-Malerei: Indem er sich verschiedener Materialien wie Holzkohle, Pittkreide und Gouachen bediente, gelang es ihm immer wieder, das Bewusstsein für die Vielfalt zurückgenommener Buntfarbigkeit zu schärfen. Steinforths Gouachen scheinen auf den ersten Blick einer intuitiven Inspiration zu entspringen. Bei genauem Hinsehen entpuppen sie sich jedoch zu, aus den Kontrasten von weißem Licht und dunklem, erdfarbenen Schatten zusammengefügten, Figuren. Die Zeit der 60er Jahre wird in Darmstadt als die Zeit des „Neuen Aufbruchs“ bezeichnet. Steinforth war der Hauptvertreter dieser künstlerischen Avantgarde. Durch Steinforth gewann die Neue Darmstädter Sezession an Ansehen in ganz Deutschland. So besuchten viele junge ambitionierte Künstler Darmstadt und das Atelier Steinforths auf der Suche nach der zukunftsweisenden Inspiration. Während Peter Steinforth bei den Gouachen noch mit Weiß als Farbe malte, nutzt er für seine späteren Zeichnungen das Weiß des Papiers. Weiß stellt also keine Leerstelle dar, sondern ist Teil der Komposition. Immer wieder kehrt Steinforth mit seiner Frau Brigitte und der gemeinsamen Tochter nach Spanien und damit den Ursprüngen seiner künstlerischen Identität zurück. Dies lässt sich auch in seinen jüngeren Pittkreide-Zeichnungen nachvollziehen: Sie erinnern auf den ersten Blick an scharfkantige Fensterausschnitte und umrissstarke Mauern. Diese konkreten Arbeiten wirken besonders durch ihre Plastizität und werden kunsthistorisch unter anderem mit spanischer Dichtung verglichen. Dort steht die harte Architektur stellvertretend für den eigensinnigen und stolzen Charakter Spaniens.
 
Weitere Informationen zu Peter Steinforth können Sie HIER downloaden.