Stadtkultur Bensheim: Stadtkultur Bensheim
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Frühe Werke von Elvira Bach und Annegret Soltau - Courtesy Galerie Kornfeld, Berlin und Galerie Anita Beckers, Frankfurt

13. August 2020 - 20. September 2020,

Die Zusammenarbeit von Galerie Kornfeld und Galerie Anita Beckers beginnt mit einer Ausstellung früher Werke von Elvira Bach und Annegret Soltau. Kuratiert von Christoph Breitwieser, Museumsleiter des Museums Bensheim, werden in 68projects, dem Projektraum der Galerie Kornfeld in Berlin, erstmals wichtige Arbeiten beider Künstlerinnen aus den 1970er und 1980er Jahren zusammengeführt: Die expressiven und impulsiven Gemälde von Elvira Bach treffen auf die Performances und Fotovernähungen von Annegret Soltau. Beide Frauen gelten als bedeutende Künstlerinnen seit den 1970er Jahren und irritieren den Betrachter durch ihre offensiven Werke mit hohem Wieder-erkennungswert. Während Elvira Bach als expressive Malerin zu den „Jungen Wilden“ gezählt wird, arbeitet Annegret Soltau mit so unterschiedlichen Medien wie Performance, Grafik und bild-generierenden Mitteln wie Fotografie und Videokunst. Was die beiden Künstlerinnen bewegt und was sie in ihren Arbeiten ausdrücken ist die Beschäftigung mit dem vielschichtigen und komplexen, sich ständig weiterentwickelnden Selbst: als Frau, als Künstlerin, als Mutter.  Kontrast oder Diskurs? Bach formuliert ihr Selbstbild als neue Frau in einer Zeit des Aufbruchs in Berlin, in Deutschland, in der Welt: Die Frauen in ihren Werken sind groß, stark, erotisch und selbstbewusst. Selbstbestimmt und unkonventionell. Rauchend, trinkend und immer extravagant gekleidet nehmen sie sich den Raum, den sie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit brauchen. Mutterschaft wird zur Erweiterung des Selbst, das Kind gefeiert und vergöttert. Annegret Soltau dagegen arbeitet und näht ihre eigenen Zweifel, ihre Erfahrungen und die eigene Körperlichkeit buchstäblich in ihre Werke ein. Die Arbeiten sind Eingriffe in konventionelle Bilder und eindeutige Definitionen von (Frauen-)Körpern, ihrem Selbst. Beide Künstler-innen verbindet in ihrem unbeirrten Tun die Suche nach der eigenen Identität in einer männlich dominierten Kunstwelt. Ohne Tabus feiern oder auch leiden sie unter ihrer Körperlichkeit, ihrer Sinnlichkeit, ihrer Sexualität und ihrem Frausein.
Die Ausstellung ist ab dem 27.06. bis zum 8. August im Projektraum "68 projects" in der Fasanenstraße 68 in Berlin zu sehen. Im Anschluss an diese wird die Ausstellung vom 13. August bis zum 20. September im Museum Bensheim gezeigt.

 

Bild: Elvira Bach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020