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Vortrag Dr. Eva Atlan, Jüdisches Museum Frankfurt am Main: Born alive - die Expressionistin Erna Pinner

04. April 2019 - 19. April 2019, 19:00 Uhr

Veranstalter: Kunstarchiv Bergstraße, Felsberg Akademie
Veranstaltungsort: Museum Bensheim

Born Alive - Die Expressionistin Erna Pinner

Vortrag von Dr. Eva Atlan, Jüdisches Museum Frankfurt

Do. 04.04.19 / 19:00 Uhr

Zu einem Vortrag der Sammlungsleiterin Dr. Eva Atlan vom Jüdischen Museums Frankfurt über eine spannende Künstlerinennbiografie laden das Kunstarchiv Bergstraße und die Felsberg Akademie am 04 April um 19 Uhr ins Museum Bensheim ein.

Die aus Frankfurt am Main stammende Zeichnerin Erna Pinner (1890–1987) verbrachte mehr als die Hälfte ihres Lebens im Londoner Exil. Als Sechzehnjährige hatte sie ihre künstlerische Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt begonnen und danach in Berlin bei Lovis Corinth und in Paris bei Félix Vallotton, Maurice Denis und Paul Sérusier studiert.

Aus ihrer privaten Partnerschaft mit Kasimir Edschmid entwickelte sich eine künstlerische Zusammenarbeit. Ab 1919 gehörte sie der Darmstädter Sezession an. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes war sie ihrer beruflichen Grundrechte beraubt und emigrierte 1935 nach London. In Großbritannien gelang ihr ein Neuanfang, diesmal – nach einem Biologiestudium – als beschreibende Naturwissenschaftlerin und als Illustratorin populärwissenschaftlicher Werke.

2014 erhielt das Jüdische Museum Frankfurt einen Großteil des künstlerischen Nachlasses und arbeitet diesen seither auf. In ihrem Vortrag stellt Dr. Eva Atlan die meist unbekannten Tierillustrationen Pinners aus der Londoner Zeit den frühen Illustrationen aus Frankfurt gegenüber.

Über Erna Pinner

Die Zeichnerin Erna Pinner, geboren 1890 in Frankfurt am Main, hat mehr als die Hälfte ihres Lebens im Londoner Exil verbracht: von 1935 bis 1987. Nach dem Krieg war sie in Deutschland fast vergessen. In England inzwischen als Tierzeichnerin etabliert. Erst 1997 wurde sie durch die Ausstellung im August Macke Haus wiederentdeckt. In den 1920er Jahren galt sie als Berühmtheit in der Kunstszene und zusammen mit Kasimir Edschmid galten sie als das Traumpaar der 20er Jahre. 1935 als für sie keine Zukunft mehr in Deutschland war, ging sie nach England, Edschmid blieb in Deutschland. Pinner entstammte einer  jüdischen Familie in Frankfurt, ihr Vater war ein anerkannter Chirurg, die Mutter entstammte der Bankiersfamilie Joseph.  


Als Sechzehnjährige begann Erna Pinner  ihre künstlerische Ausbildung am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, danach studierte sie in Berlin bei Lovis Corinth und in Paris bei Felix Vallotton, Maurice Denis und Paul Sérusier. Nach Deutschland zurückgekehrt, lernte sie 1916 oder 1917 Kasimir Edschmid kennen; die private Partnerschaft führte auch zu künstlerischer Zusammenarbeit. Erna Pinner illustrierte die Werke des Expressionisten und entwarf Kostüme für seine Stücke. Ab 1919 gehörte sie der Darmstädter Sezession an; ihre Werke wurden im Verlag "Die Dachstube" veröffentlicht. Sie reiste mit Edschmid, schrieb selbst Feuilletons und illustrierte weiterhin die Werke ihres Partners.

1935 emigrierte sie zusammen mit ihrer Mutter nach London, wohingegen Edschmid in Deutschland blieb um sich mit dem neuem Staatswesen zu arrangieren. Der Kontakt mit Edschmid, der 1941 die Musikerin Elisabeth von Harnier heiratete, brach ab und wurde erst 1946 wieder aufgenommen.Erna Pinner blieb in Großbritannien. Dort gelang ihr ein Neuanfang, diesmal - nach einem Biologiestudium - als beschreibende Naturwissenschaftlerin (im Bereich der Zoologie, Paläontologie undAnthropologie) und als Illustratorin populärwissenschaftlicher Werke.